Krillöl Teil 1, reines Krillöl

Krillolie-ergomaxMit einer weiteren Krillöl-Dokumentation im Januar diesen Jahres scheint der Aufstieg von Krillöl nicht mehr aufzuhalten. Krillöl bleibt ein „hot topic“.

Die Omega-3 Fettsäuren “Eicosapentaenoic acid” und  “Docosahexaenoic acid”, besser bekannt als Abkürzungen EPA und DHA, kommen hauptsächlich in Nahrungsquellen aus dem Meer vor. Es gibt inzwischen unzählige Studien und Artikel zur Wirkung dieser speziellen Fettsäuren.  

Durch die schwierige und umständliche  Einnahme von ausreichend Omega-3 aus der Nahrung, gehört ein Omega-3-Supplement für viele darum inzwischen zurecht zur Basisernährung. Eine zu niedrige Einnahme von Omega-3 Fettsäuren kann für Personen die einem optimalen und körperlich vitalem Leben nachstreben ein wichtiger fehlender Bestandteil sein.   

Durch das große Medieninteresse und die Popularität der Omega-3 Fettsäuren – und das damit verbundene Problem der Überfischung – hat für eine Suche nach alternativen Omega-3-Quellen gesorgt. Für eine kurze Zeit haben sich pflanzliche Formen von Omega-3 Fettsäuren wie etwa Leinsamen großer Beliebtheit erfreut, aber sie erwiesen sich schon bald als weit weniger potent und weniger wirksam als die tierischen Produkte aus dem Meer.

Die Entdeckung von Krill
Vor einigen Jahren wurde glücklicherweise festgestellt, dass die kleinen „Krill“-Garnelen, die sich von Algen ernähren, eine ausgezeichnete Quelle von Omega-3-Fettsären sind. Krill wurde schon bald als „neue Generation“ der Omega-3 Fettsäuren bezeichnet. Genau wie Fischöl enthält Krillöl EPA und DHA, aber die molekulare Struktur ist eine andere.

Einfach gesagt: Fischöl enthält eine Form von Omega-3 Fettsäuren, die unter dem Mikroskop anders aussieht als Krillöl.  Fischöl enthält nämlich die Triglyceride-Form von Omega-3 und Krillöl hauptsächlich die Fosfolipide-Form von Omega-3. In der Abbildung sehen Sie beide Formen; es wird sofort deutlich, dass die Fosfolipide Form abweicht und komplexer ist. 

 omega-3

In 2011 ist eine neue Publikation erschienen, in der der Unterschied in der Struktur der beiden Formen im Hinblick auf Bioaktivität  unter die Lupe genommen wurde; auch wurde getestet, ob der Unterschied einen Effekt auf die Bioaktivität und Aufnahme hat. Die Autoren der Studie
“ Metabolic effects of krill oil are essentially similar to those of fish oil but at lower dose of EPA and DHA, in healthy volunteers” kam zu dem Fazit, dass trotz gleicher Wirkung von Fischöl und Krillöl, diese Effekte mit Krillöl mit einer niedrigeren Dosierung erreicht werden können. 

Kurzum: Krillöl bewirkt dasselbe wie Fischöl, aber schon mit einer viel niedrigeren Dosierung. Krillöl ist um etwa 60% effektiver!

Warum wird Krillöl besser Aufgenommen? Die molekulare Form!
Fischöl ist ein Triglyceride-Molekül, das erst abgebaut und im Verdauungstrakt in die Basisfettsäuren EPA und DHA umgewandelt werden muss. Durch diese Umwandlung verläuft die Aufnahme weniger effizient. Man schätzt, dass etwa 80-85% der gereinigten Fischölkonzentrate, wie sie in vielen Supplementen vorkommen, nach der Einnahme nicht vom Körper aufgenommen werden. Dies erklärt dann auch direkt das unangenehme Aufstoßen mit Fischgeschmack, das viele Menschen nach dem Gebrauch von Fischöl erfahren.    

Bevor der Körper die übrigen 15-20% der Fettsäuren, die er aufnimmt,  verarbeiten kann,   müssen diese nach der Aufnahme in der Blutbahn noch in der Leber verarbeitet werden. In der Leber wird der Stoff Fosfatidylcholin an die Fettsäure gehängt und so wird über einen Umweg Triglyceride Omega-3 (Fischöl) umgewandelt in eine Fosfolipide-Fettsäure. Bei Krillöl ist  diese  Umwandlung nicht nötig, da Krillöl den Körper direkt mit der gut aufnehmbaren Form  (Omega-3-fosfolipiden) versorgt.  Demnach gibt es keinen Umweg und keine Aufnahmeprobleme, so dass 100% der Omega -3s aufgenommen wird.   

Stabilität und Verderben von Fischöl
In  der Vergangenheit erschienen regelmäßig Berichte, die bewiesen, dass Fischöl – auch das der großen bekannten Marken – verdorbenes Fischöl enthielt. Oxidierte und verdorbene Öle sind natürlich nicht gut für den Körper und sie werden nicht umsonst in Verbindung gebracht mit einer Reihe Gesundheitsrisiken. Ungesättigte Fette wie die Omega-3 Fettsäuren sind anfälliger für Verderben als gesättigte Fette wie zum Beispiel Butter. Die Einnahme verdorbenen Fischöls wird darum auch stark abgeraten. Die Effekte bei Einnahme bewirken in etwa das Gegenteil dessen, was man mit der Einnahme erreichen möchte. 

Der Grad der Oxidation der Omega-3 Fettsäuren wird ersichtlich aus den sogenannten Peroxid-Werten. Der Peroxid-Wert sollte immer niedriger sein als 5 meq/kg. Wenn das Fischölprodukt, das Sie augenblicklich gebrauchen kein Analysezertifikat hat, auf dem Sie den Peroxid-Wert ablesen können, können Sie immer noch Ihrer Nase vertrauen. Ein starker Fischgeruch lässt auf ein verdorbenes Produkt schließen. Leider tun die Hersteller alles, um diesen Geruch zu vertuschen, darum wird auch häufig Zitronenaroma hinzugefügt. Wenn Fischöl dagegen ein wenig nach Seeluft riecht, ist das Produkt meistens in Ordnung. Denken Sie beim nächsten Öffnen daran.        

Der deutsche Fischöl-Experte  Rudi Moerck meldet, dass die meisten Fischöl-Supplemente auf dem Markt (bis zu 50%), sogar vor dem ersten Öffnen der Packung schon verdorben sind.

Krillöl bleibt frisch!
Im Gegensatz zu Fischöl spielt Fäule bei Krillöl glücklicherweise keine Rolle; dies kommt nicht nur durch die Struktur mit Fosfolipiden, sondern auch durch den natürlichen und einzigartigen Antioxidanten in Krillöl: “Astaxanthin”. Dieser doppelte und natürliche Schutz des empfindlichen Omega-3-Öls sorgt dafür, dass sogar bei 6 Wochen in konstant hoher Temperatur von 40 Grad Celsius kein Verfall in der Kapsel stattfindet.  Diese Grafik der Universität von Helsinki zeigt den direkten Vergleich von Verderben von Fischöl und Krillöl. 

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Unter weniger extremen Umständen wird die Haltbarkeit von Krillöl bei Zimmertemperatur  auf mindestens zwei Jahre geschätzt.